Das Wachstum des Holzbaus bringt neue Arbeitsplätze und verbessert die Leistungsbilanz

Durch die Verarbeitung von Holzprodukten und den Exportzuwachs können mehrere Tausend Arbeitsplätze geschaffen und Finnlands Leistungsbilanz um 200-300 Millionen Euro erhöht werden. Im Zwischenbericht des Strategieprogramms für Forstwirtschaft (MSO) des finnischen Ministeriums für Beschäftigung und Wirtschaft, wurden Auswirkungen des Holzbaus auf die Gesellschaft und die Beschäftigung geschätzt. ”Die wichtigste Auswirkung auf die Beschäftigung und die Volkswirtschaft entsteht durch den Exportzuwachs im Bereich von Bautischlerprodukten“, sagt Sixten Sunabacka, strategischer Leiter des MSO-Programms. ”Wenn das Ziel des Strategieprogramms für Forstwirtschaft, d. h ein Exportzuwachs von 500 Millionen Euro, durch einen Exportzuwachs von Bautischlerwaren erreicht würde, würden mehrere Tausend neue Arbeitsplätze geschaffen und der Gesamtertrag der Volkswirtschaft um eine Milliarde Euro erhöht. Die Steuereinnahmen würden um über 70 Millionen Euro und die Bruttoerlöse von Holz um 60 Millionen steigen. "

In den Berichten des Instituts für Wirtschaftsforschung Pellervo und des staatlichen Instituts für Wirtschaftsforschung VATT werden entsprechende Schätzungen angegeben. Der Zuwachs der Holzverwendung in der Baubranche schafft Arbeitsplätze, weil Holz als weitgehend einheimisches Material importierte Materiale ersetzt.  Arbeitsplätze in der Baubranche werden allgemein zunehmen, aber in der Beton-, Stein- und Metallbauindustrie abnehmen. Die Beschäftigungswirkung entsteht aus den Veränderungen, die sich in Bezug auf die in der Baubranche benötigten Waren und Dienstleistleistungen vollziehen, und der Multiplikatoreffekte dieser Veränderungen in anderen Teilen der Wirtschaft. Die meisten Arbeitsplätze werden in der Sägeindustrie, der Forstwirtschaft und bei Lagerungs- und Transportdienstleistungen entstehen.

”Holz ist ein einheimischer Rohstoff und hat einen sehr positiven Einfluss auf die Regionalwirtschaft. Die Einnahmen der Waldbesitzer aus Holzeinschlag und Einnahmen, die durch Holzernte, Transport und Waldbau entstehen, werden zunehmen. Der Nettoeinfluss betrifft auch die verbesserte Arbeitslage der Sägeindustrie und neue Investitionen und Produktionssteigerung im Bereich der Holzwarenindustrie sowie neue Arbeitsplätze in der Baubranche“, fasst Sixten Sunabacka zusammen.

Das Bauen von Wohn-, Gewerbe- und Bürogebäuden aus Holz erfordert laut den Berichten bedeutende zusätzliche Investitionen in die neue Produktionskapazität im Holzbau und vor allem in die Herstellung von Elementen. Laut Sunabacka sind weitverarbeitete und mit Versorgungstechnik ausgestattete Holzhochhauselemente und Raumelementproduktion für zusätzliche Stockwerke auf dem Markt für Neubauten und Sanierungsbau  besonders gefragt. Wichtige Entwicklungsprioritäten sind auch aus Holz gebaute Zwischenbodenelemente, Raumelemente für Nassräume und weit vorgefertigte Balkonelemente. "

Die Sägeindustrie und die Holzverarbeitung beschäftigen in Finnland 26 000 Personen, also mehr als die Zellstoff- und Papierindustrie. Die Exportmöglichkeiten der Branche nehmen zu, wenn nicht erneuerbare natürliche Ressourcen durch Holz ersetzt werden.  ”In Finnland hat sich die Lage der Holzmassen- und Papierindustrie wegen eines strukturellen Wandels verbessert, und wir sehen erhebliche Chancen darin, dass neben unserer globalen Forstindustrie neue KMU entstehen, die Holz- und Biomassenprodukte herstellen“, sagt Sunabacka.

Die bedeutendste Beschäftigungswirkung entsteht durch einen Exportzuwachs

Den ausgeführten Untersuchungen nach entsteht die wichtigste Beschäftigungswirkung und Wirkung auf die Volkswirtschaft durch einen Exportzuwachs im Bereich von Bautischlerprodukten. Wenn das Ziel des Strategieprogramms für Forstwirtschaft, d. h. ein Exportzuwachs von 500 Millionen Euro, durch einen Exportzuwachs von Bautischlerwaren erreicht würde, würden mehrere Tausend neue Arbeitsplätze geschaffen und der Gesamtertrag der Volkswirtschaft um eine Milliarde Euro erhöht. Die Steuereinnahmen würden um über 70 Millionen Euro und die Bruttoerlöse von Holz um 60 Millionen steigen.

In der Untersuchung wird geschätzt, dass der Aufstieg des Holzbaus zu einer ernstzunehmenden Alternative auf dem Baumarkt auch die Praxis im Gebäudebau bedeutend beeinflussen würde. Der Schätzung nach würde der Wettbewerb zunehmen und so die gemächliche Produktivitätsentwicklung der Bauindustrie verbessert werden. Die neuen Arbeitsplätze im Holzbau entstehen durch die industrielle Vorfertigung in Elementfabriken und reduzieren damit den Arbeitskräftebedarf bei Bauobjekten. Dies ist eine sehr positive Entwicklung zum Beispiel für die Baustellen der Hauptstadtregion, die unter Arbeitskräftemangel leiden. 

Ein wichtiges Ziel des MSO-Programms ist es, den Marktanteil von Holz an den Fassadensanierungen von Wohnhochhäusern bis 2015 auf 90 Prozent zu erhöhen. Die Sanierungen von Außenmänteln der in den 1960er und 1970er Jahren gebauten Betonhochhäuser werden das Volumen vom Sanierungsbau in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Um den Sanierungsbedarf der Fassaden von Wohnhochhäusern zu decken, werden im Sanierungsbau bis zum Jahr 2030 jährliche Investitionen in der Höhe von 300 Millionen Euro benötigt. Dadurch würde für die Holzproduktindustrie ein Markt von 130 Millionen Euro entstehen. Solche Investitionen in den Sanierungsbau könnten 2500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Förderung vom Holzbau erhält eine weite politische Unterstützung

Sixten Sunabacka, strategischer Leiter des MSO-Programms, schätzt, dass während des ersten Programmjahres vor allem bei der Förderung des Holzbaus gute Ergebnisse erreicht wurden. ”Die Einträge des Regierungsprogramms, die den Holzbau fördern, haben neben dem MSO-Programm einen großen Einfluss auf die allgemein positive Atmosphäre gehabt, die das Vorantreiben des Holzbaus unterstützt. Die positiven öffentlichen Stellungnahmen vieler Minister zur Entwicklung des Holzbaus haben bewiesen, dass das Programm breite politische Zustimmung genießt. Diese Unterstützung hat eine erhebliche Bedeutung für das Erreichen der Ziele des Programms.“ "

Sunabacka meint, dass das Interesse an Holzbau unter Bauherren und Bauunternehmern allgemein zugenommen hat. ”Bei uns befinden sich 7000 Holzhochhäuser in verschiedenen Phasen der Planung, was heißt, dass die Bauindustrie und ihre bedeutenden Akteure mit einbezogen sind. Ohne die großen Forstunternehmen als Systemlieferer des Holzbaus wären wir nicht so schnell vorwärts gekommen. 

Die Bedingungen für das Wachstum des Holzbaus müssen in der EU sichergestellt werden

Laut der Ausrichtungen des MSO-Programmbeirats wird in den nächsten Programmphasen u.a. angestrebt, internationalen Einfluss zu nehmen, politische Maßnahmen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit einzuleiten, das Können zu entwickeln und das Image der Branche zu verbessern.

”Wir streben nach einer Entwicklung auf dem EU-Niveau, die Voraussetzungen dafür schafft, dass Wälder und Holzrohstoffe zukünftig umfassend auch im Holzbau genutzt werden können. Hier haben wir vor, in der ganzen Linie mit verschiedenen Ministerien und den internationalen Organen des Parlaments zusammenzuarbeiten“, berichtet Sunabacka. Der leitende Gedanke ist, dass alle finnischen Entscheidungsträger bei ihren internationalen Kontakten die Möglichkeiten der einheimischen Holzprodukte und des einheimischen Holzbaus betonen. Wir müssen hier die finnischen Netzwerke besser nutzen.”

Das Können und das Image des Holzbaus muss verstärkt werden.

Laut Sixten Sunabacka wird weiterhin in das Können im Holzbau investiert. Als Beispiel hierfür erwähnt er den Kooperationsvertrag über die multidisziplinäre Förderung vom Holzbau, der im Frühjahr mit dem Ministerium für Beschäftigung, der Aalto-Universität und der Stadt Espoo unterschrieben wurde.

”Die wichtigste Herausforderung aus der Sicht des Images der Branche hängt mit der Anwendung von Holz zusammen“, erzählt Sunabacka. ”Jetzt gilt Holz ja als ökologisch nachhaltiges, sicheres und einheimisches Material, dessen vermehrte Anwendung in der Bauindustrie weitgehend unterstützt wird. Wir müssen die Geschichte des Holzes erzählen können und seine guten Eigenschaften so hervorheben, dass es als Teil der Klimalösung und nicht des Problems empfunden wird.  Obwohl wir die ökologische Wettbewerbsfähigkeit selbst erkennen, wird sie nicht unbedingt überall erkannt.“

Das finnische Ministerium für Beschäftigung und Wirtschaft hat im Internet eine Umfrage über die Einstellung der Finnen zum Holzbau durchgeführt. Laut diesem Brainstorming im Netz, befürworten 80 Prozent der Finnen das Investieren in Holzbau. ”Das Fördern des Holzbaus wird von den Bürgern unterstützt“, kommentiert Sunabacka das Ergebnis.

Holz bekommt neue Anwendungen und wird in neuen Produkten verwendet

Die entscheidende Aufgabe des MSO-Programms ist es, Änderungsprozesse einzuleiten und durchzuführen, die die Wettbewerbsfähigkeit und den Wandel der Forstwirtschaft fördern. ”Holz wird neben der Holzindustrie neue Anwendungsbereiche bekommen, besonders in der Energiebranche“, sagt Sunabacka. ”Wir haben Projekte zur Produktion von hochwertigem Treibstoff für Verkehr und zur Bioölproduktion im Blick, und bereiten die Herstellung von Biokohlen-Pellets vor.“

Laut Sunabacka gibt es auch Möglichkeiten für neue Produkte, die auf Holzfasern basierenden und wo die Nebenprodukte von großen Forstunternehmen genutzt werden können. "In diesem Bereich gibt es viele Entwicklungsmöglichkeiten, aber das Problem ist, dass es zu wenige KMU gibt, die auf die Weiterentwicklung der Branche spezialisiert sind. Zu diesen Produkten gehören Produkte, die einen spezifischen Verwendungszweck und ein eingeschränkten Verwendungsbereich haben, und traditionelle Holzprodukte, aber auch Produkte, für die neue Technologie eingesetzt wird. In der Holzproduktindustrie hingegen gibt es viele KMU, für die neue Möglichkeiten gesucht werden, den Weg auf den internationalen Markt zu finden “, beschreibt Sunabacka.

Laut Sunabacka ist eines der wichtigsten Ziele des MSO-Programms, ein Zukunftsbild darüber zu schaffen, was wir von dem finnischen Waldcluster erwarten. “Die Verwendung von gewissen Papierarten wird weiter abnehmen. Daher muss neue Wettbewerbsfähigkeit für die herkömmliche Forstindustrie gefunden werden. Andererseits müssen auch neue Produkte für die Energieerzeugung,  für die Produktion auf der Basis von Fasern, für die Forstwirtschaft und  für den Holzbau gesucht werden“, fasst Sunabacka zusammen.

Artikel-Service von Puuinfo / Markku Laukkanen

Zusätzliche Informationen:
Strategischer Leiter Sixten Sunabacka, Ministerium für Beschäftigung und Wirtschaft, Tel: +358 (0)29 506 3562, sixten.sunabacka@tem.fi